
Wertschätzung in der Führung bedeutet, nicht nur Fehler und Verbesserungspotenziale wahrzunehmen, sondern auch Entwicklung, Einsatz und Stärken bewusst anzuerkennen. Ein Nikolaus-Brief hat mich daran erinnert, wie viel es verändern kann, wenn Menschen sich wirklich gesehen fühlen.
Am vergangenen Wochenende war Nikolaus – ein Tag, der bei uns mit zwei kleinen Kindern immer besonders früh beginnt. Die Aufregung ist groß: Werden die Stiefel, die am Abend zuvor mit so viel Eifer geputzt wurden, gefüllt sein?
Und ja – auf dem Foto ist nicht der Nikolaus, sondern der Weihnachtsmann. Ein kleines Detail aus den Spielsachen meiner Kinder, das in mir eine Erinnerung geweckt hat. Denn in meiner Jugend habe ich den Nikolaus begleitet – als Fahrerin in unserer Kirchengemeinde. Wir sind zu Familien gefahren und dort wurde aus dem „goldenen Buch“ vorgelesen. Da ging es oft um das, was nicht gut war. Was ein Kind besser machen sollte. Die lobenden Worte kamen viel zu kurz. Zurück blieb bei vielen eher Furcht als Freude. Ein „Sei schön brav“-Moment statt echter Wertschätzung. Schon damals hat sich in mir etwas gewehrt: So möchte ich das nicht. Nicht als Mensch, nicht als Mama, nicht als Coach.
Heute, viele Jahre später, sehe ich diesen Moment mit einem professionellen Blick: Er war ein früher Impuls für meine Haltung als Emotionspädagogin und Coach für Selbstführung. Denn ein Nikolaus-Brief – ein symbolisches Feedback – darf etwas anderes sein. Er darf sagen:
– Ich sehe deine Anstrengung.
– Ich sehe, was du gelernt hast.
– Ich sehe, wie du wächst.
Gerade im beruflichen Kontext, insbesondere in Führungsrollen oder Sandwichpositionen, erleben viele Menschen das Gegenteil: Kritik kommt schnell, Wertschätzung selten. Je höher die Verantwortung, desto dünner wird oft das direkte, ehrliche Feedback.
Doch Führung – ob im Team oder in der Familie – braucht genau das: Wohlwollen, Reflexion, innere Klarheit und eine Kommunikation, die den Menschen im Blick behält.
Deshalb habe ich mir am Wochenende eine Frage gestellt, die ich heute an dich weitergebe:
Was würde der Nikolaus dir schreiben?
Welche deiner Stärken hast du in diesem Jahr gezeigt?
Wo warst du Führungskraft mit Herz – im Job oder im Privaten?
Wo bist du gewachsen, wo hast du durchgehalten, wo hast du gelernt?
Manchmal ist es nicht die Welt, die uns sieht.
Manchmal sind wir es, die sich selbst wieder sehen dürfen – mit genau der Wärme, die wir anderen so selbstverständlich schenken.
Mit Liebe,
HerzCoachJulia
Diesen Impuls findest du auch auf Instagram
Auch auf Instagram habe ich diesen Nikolaus-Impuls über Wertschätzung, Wachstum und das Gesehenwerden geteilt. Wenn du dich dazu austauschen möchtest, findest du hier meinen Beitrag: Mein Nikolaus-Impuls auf Instagram →
Über Julia Schaffer
Ich bin Julia Schaffer, Emotionspädagogin (IHK), Coach und Gründerin von Führen mit Herz. Nach über 15 Jahren in leitenden Positionen im Bankwesen verbinde ich heute meine Führungserfahrung mit meinem Wissen über Emotionen, emotionale Intelligenz und Selbstführung.
Mit Führen mit Herz möchte ich Menschen dabei unterstützen, sich selbst und andere bewusster zu führen – mit Klarheit, Empathie und einem guten Gespür für die eigenen Emotionen und Bedürfnisse.
