
Manchmal entstehen die schönsten Momente ganz nebenbei.
Am Wochenende war mein ältester Sohn bei seinem Kitafreund zum Spielen. Irgendwann wurden aus zwei Jungs zwei Superhelden. Sie zogen Kostüme an und tauchten vollkommen in ihre Rollen ein. Plötzlich waren sie mutig, stark, ideenreich und voller Energie. Es war, als würden sie mit jeder Minute mehr aufblühen. Die Rollen gaben ihnen Raum, diese Seiten von sich zu zeigen.
Und das Schönste: Die Kostüme blieben an. Ganz selbstverständlich ging es als Superhelden weiter – durch die Stadt, auf den Spielplatz und mitten hinein in den Alltag. Das Spiel hörte nicht an der Haustür auf. Es begleitete die beiden einfach weiter.
Ihnen begegneten lächelnde Gesichter. Leuchtende Augen bei den Kindern. Und auch bei einigen Erwachsenen.
Diese Momente erinnern mich daran, worum es in der Emotionspädagogik so oft geht. Wenn wir in eine Rolle schlüpfen dürfen, werden Stärken sichtbar, die schon immer in uns angelegt waren. Ein Kostüm verleiht keine Superkräfte – aber manchmal gibt es den Mut, sie zu zeigen. Was schon da ist, darf im Spiel sichtbar werden.
Vielleicht sind Superhelden deshalb gar nicht die, die fliegen können. Vielleicht sind Superhelden die, die ihre eigenen Stärken entdecken und den Mut haben, sie zu leben – mit oder ohne Umhang.
Und vielleicht brauchen wir Erwachsenen genau das manchmal auch: einen spielerischen Perspektivwechsel, der uns daran erinnert, was längst in uns steckt. Einen Moment, in dem wir unsere eigenen Stärken aus einem anderen Blickwinkel sehen dürfen.
Welche Superkraft trägst du in dir?
Mit Liebe,
HerzCoachJulia
