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Bücher und Gefühle

Buchhandlungen und Büchereien gehören für mich zu diesen Orten, an denen ich reinkomme, stöbere – und mich direkt wohlfühle. Zwischen all den Büchern ist dieses vertraute Gefühl da. Vielleicht auch deshalb, weil meine Verbindung zu Büchern eng mit meinen beiden Großmüttern verbunden ist.

Die eine lebte viele Kilometer entfernt an der Nordsee und arbeitete lange in einer Buchhandlung. Früher schenkte sie mir viele Bücher. Später lasen wir oft parallel dieselben Geschichten und tauschten uns darüber aus. So wurden Bücher auch zu etwas, das wir miteinander teilten: dieselben Geschichten lesen und anschließend darüber sprechen.

Meine andere Oma arbeitete hier vor Ort in der Bücherei. Ich besuchte sie oft und verräumte mit ihr die Bücher. Auch diese gemeinsame Zeit gehört für mich zu meiner Verbindung mit Büchern. Vielleicht fühlen sich Orte voller Bücher deshalb bis heute ein bisschen nach Zuhause an.

Und genau da steckt für mich auch viel Emotionspädagogik drin: Geschichten geben Gefühlen einen Raum. Wir dürfen mitfühlen, mitfiebern, traurig oder wütend werden – ganz ohne selbst mitten in der Situation zu stecken. Wir lernen andere Perspektiven kennen und entdecken vielleicht: Dieses Gefühl kenne ich auch.

Gerade Kindern können Bücher dabei helfen, Gefühle zu erkennen, zu benennen und darüber ins Gespräch zu kommen. Eine Geschichte kann so zum Anlass werden, über das zu sprechen, was uns bewegt. Und uns Erwachsenen geht es manchmal genauso.

Denn Bücher erzählen nicht nur Geschichten.
Sie helfen uns, andere – und manchmal auch uns selbst – ein bisschen besser zu verstehen.

Mit Liebe,
HerzCoachJulia

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